Mein Praktikum bei der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen

Sechs vielfältige und lehrreiche Wochen im Team der BIGS – ein kurzer Bericht

 

Als Masterstudentin der Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen habe ich, Annika Lenze, im März und April 2022 ein freiwilliges Praktikum bei der Partnerschaft für Demokraite (PfD) im Landkreis Göttingen absolviert. Die PfD ist ein Netzwerk aus Bürger*innen, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, das sich seit 2015 gemeinsam für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzt.

Während meines Praktikums durfte ich nicht nur die Arbeit der Partnerschaft innerhalb der externen Koordinierungs- und Fachstelle, sondern auch die Arbeit in der Geschäftsstelle der Bildungsgenosseschaft Südniedersachsen eG kennenlernen. Ganz nach dem Motto – „Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen“ (Platon) – war es mein Ziel, mich in den 6 Wochen Praktikum mit so vielen verschiedenen Arbeitsbereichen wie möglich vertraut zu machen und insbesondere auch eigene Aufgaben zu übernehmen. Meine Tätigkeiten reichten im Rahmen dessen beispielsweise von der Teilnahme an und Mitarbeit in Arbeitskreisen über das Korrekturlesen und Diskutieren von eingereichten Anträgen bei der Partnerschaft bis hin zur Hospitation bei BIGS-Kolleginnen der Bildungsberatung, bei Einstufungstests für Integrationsteilnehmer*innen sowie bei Anerkennungsberatungen für Zugewanderte im Rahmen des IQ Netzwerkes. Besonders viel Spaß bereitet hat mir dabei stets, selber aktiv zu werden. Das gemeinsame Erarbeiten von Beurteilungen der Anträge für den PfD-Begleitausschuss, das Konzipieren eines Flyertexts für ein anstehendes Projekt und das Designen von Stickern und Plakaten sind nur einige der zahlreichen Aufgaben, bei denen ich kreativ werden konnte.

Abschließend kann ich als Fazit zum Ende meines Praktikums bei der BIGS festhalten: Ich hatte eine sehr lehreiche Zeit, die mir Einblicke in ein mir neues Berufsfeld ermöglicht hat und in der ich Teil eines aufgeschlossenen Teams war, in dem sich alle Kolleg*innen Mühe gegeben haben, mich in ihre Arbeit einzubinden. Vielen Dank dafür!

Rollendes Graffiti

Demokratisches Jugendkunstprojekt – Das Rollende Graffiti

15 junge Menschen aus der Region haben sich seit März getroffen, um Arbeitstechniken der Graffitikunst zu erlernen und eine eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen. Dabei standen inhaltlich Demokratie, Partizipation, Menschenrechte und andere wichtige Themen der Zielgruppe im Fokus.

Am 12. Juni wird in Holzerode das Kernstück des „Demokratischen Jugendkunstprojekts: Rollendes Graffiti“ ein vollständig in Farbe und Botschaft gehüllter Transporter vorgestellt. Außerdem werden im Rahmen der Ausstellung weitere Kunstwerke der Jugendlichen und die Inhalte der Treffen zu bewundern sein.

Thomas Deisel, Künstler und Sozialarbeiter, hat bei den Treffen die Anleitung zum Sprühen gegeben und sagt: „Das Arbeiten mit der Spraydose sieht easy aus, ist es aber nicht.“ Von den ersten Überlegungen; über die Vorbereitung des Arbeitsplatzes, bis hin zum Abschleifen der Wagenteile, Schablonen einsetzen, weitere Gestaltungsschritte abstimmen und schließlich das Aufräumen und Reinigen der Arbeitsgeräte ist es ein Stück Arbeit. „Graffiti holt die Jugend mit einem Medium ab, das cool ist. Dafür […] arbeiten [sie] gerne konzentriert an ihren Ideen“, lobt Deisel die Gruppe.

Aus den 13- bis 16-jährigen Teilnehmenden sprudelten von Anfang an Gestaltungsideen. Das erforderte Verhandlung untereinander: Wie soll aus all den einzelnen Motiven eine gemeinsame Bildkomposition werden? Die Jugendlichen fanden Mehrheiten für ihre Ideen, machten Kompromisse, kamen zu einem Konsens – und erprobten so demokratische Prozesse. Endlich ist nach der coronabedingten Vereinzelung wieder eine Kollektiv-Erfahrung möglich.

Jugendreferentin Johanna Gerhardy vom KiJuB Gleichen freut sich über die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit. Deswegen sei es auch besonders sinnvoll, die Treffen mehrtägig zu veranstalten: „Erstmal lernen die Jugendlichen sich als Gruppe kennen. Dann trauen sich auch alle, offen über Themen zu sprechen, die ihnen wichtig sind.“

Moritz Dicty stellt dem Projekt „Rollendes Graffiti“ gerne seinen weißen Transporter zur freien Gestaltung zur Verfügung. Im Anschluss an die Ausstellung wird das Fahrzeug in seinem Betrieb genutzt. Bei geschätzten 60.000 Kilometern im Jahr wird das Werk auch nach der Ausstellung ein großes Publikum erreichen.

Und jetzt steht die feierliche Enthüllung an: Die nächste Generation der Graffiti-Künstler*innen und alle Beteiligten laden herzlich zur Ausstellung am 12. Juni am Grillplatz in Holzerode ein. Unter freiem Himmel sind ab 14 Uhr neben dem noch verhüllten Transporter auch besprühte Leinwände und andere Kunstwerke zu sehen, die während der Workshops entstanden sind. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm mit Wikinger-Schach, Grillen und Gewinnen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen. Träger ist Bunt statt Braun Osterode am Harz e.V., Kooperierende sind die Kinder- und Jugendbüros der (Samt-)Gemeinden Gleichen, Radolfshausen und Gieboldehausen.

 

Bildrechte Graffiti: Kinder- und Jugendbüro Gleichen

Winterprojekte 2021

Politische Bildung kennt keinen Jahresschluss

Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG schafft im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen einen Miniprojektefonds

Die Demokratieförderung der lokalen Partnerschaften für Demokratie ist mit dem Problem des Jahresabschlusses des Bundes konfrontiert, durch den Projekte in den letzten Jahren spätestens bis Anfang November bewilligt sein mussten. Kurzfristigen Ideen wurde daher meist die Chance auf eine Finanzierung über das Bundesprogramm genommen. In diesem Jahr hat sich dies aber geändert. Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG, bei der die externe Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen angesiedelt ist, hat einen Miniprojektefonds geschaffen.

„Der Einsatz für Demokratie in unserem Fördergebiet darf nicht durch abrechnungsspezifische Regelungen anderthalb Monate vor dem Jahresende aufhören. Vielmehr bedarf es zwölf Monate im Jahr des Engagements“, hebt Tobias Schläger von der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG hervor. Auf diese Weise haben gemeinnützige Vereine und gesellschaftlich Engagierte bis zum 18.12.2021 noch die Möglichkeit, Projekte bei der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen zu beantragen. Diese Projekte müssen jedoch bis zum 31.12.2021 beendet sein.

Es können Projekte bis zu 1.500 € bei der BIGS als Trägerin des Projektfonds für verschiedenste Ideen und Projekte im digitalen sowie analogen Rahmen beantragt werden. „Wir wollen die Chance nutzen und alle Interessierten zu demokratischen Wochen aufrufen. Wir freuen uns über jede Idee, die den demokratischen Zusammenhalt in unserem Fördergebiet voranbringt“, betont Tobias Schläger. Er steht sehr gern für weitere Informationen und Ideen telefonisch (0551/38421045) oder per Mail (t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de) zur Verfügung.

Planspiel 2021

Demokratie digital erleben

Planspiel für Schulklassen zur Kommunalpolitik Preisgekröntes Projekt „Pimp your town!“ wird wieder angeboten

 

Welche Aufgaben haben Kreistagsabgeordnete? Wie laufen Ratssitzungen ab? Kommunalpolitik ist spannend und vielseitig, aber auch nicht einfach zu verstehen. Um jungen Menschen die Funktionsweisen der Kommunalpolitik näherzubringen, organisieren Landkreis Göttingen und Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG vom 08. bis 09.12.2021 ein Planspiel für Schulklassen im Landkreis Göttingen. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ wird dessen Planspiel „Pimp your town!“ umgesetzt.

„Die Teilnahme am Planspiel ist kostenlos. Eine Bewerbung ist für Schulklassen der 5. bis 13. Jahrgänge aller Schulformen aus dem Landkreis Göttingen möglich“, betont Tobias Schläger von der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG. Anmeldung und Information zum Planspiel gibt es unter Telefon 0551 384 210 45 oder per E-Mail an t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de.

Zum Planspiel: Die teilnehmenden Schüler*innen schlüpfen in die Rolle von Kreistagsabgeordneten und lernen auf spielerische Weise die Arbeit des kommunalen Entscheidungsgremiums kennen. Jugendliche bekommen einem Crashkurs in Kommunalpolitik und werden in „Fraktionen“ eingeteilt, in denen über zuvor gesammelte Themen und Ideen diskutiert wird. Anschließend werden Anträge zur Umsetzung der Maßnahmen formuliert. Bevor in der abschließenden Ratssitzung über die Anträge abgestimmt wird, beraten Kreistagsabgeordnete des Landkreises Göttingen die Schüler*innen, wie sie ihre Meinung überzeugend vertreten und strategisch Mehrheiten finden.

Das Projekt der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG wird durch die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen, im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, gefördert.

Hintergrund:

Der Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ wurde mit seinem Planspiel „Pimp your Town!“ bereits mehrfach ausgezeichnet: 2011 als „beste Bildungsidee Deutschlands“ von der Initiative „365 Orte im Land der Ideen“; 2013 mit dem „Preis für Demokratie und Toleranz“ der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Landkreis Göttingen ist eine von bundesweit über 300 „Partnerschaften für Demokratie“ im Bundesprogramm „Demokratie leben“. Sie wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Koordinierungs- und Fachstelle in Trägerschaft der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) koordiniert die Partnerschaft gemeinsam mit der Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz des Landkreises Göttingen. Eine wesentliche Aufgabe der Partnerschaft ist die Förderung demokratischen Engagements in der Zivilgesellschaft unter anderem durch die Unterstützung von Projekten oder die Vernetzung engagierter Akteur*innen im Fördergebiet.

Demokratiekonferenz 2021

Gleichberechtigung ist unverhandelbar

Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen setzt ein Zeichen für Gleichberechtigung

In der letzten Woche veranstaltete die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen ihre Demokratiekonferenz zum Thema „Demokratie (heißt) braucht Gleichberechtigung“. Bei der Veranstaltung, die zusammen mit der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen e.V. und der Gleichstellungsstelle im Landkreis Göttingen organisiert wurde, zeigte sich deutlich, dass bis jetzt weder in der Politik noch in der Gesellschaft die Gleichberechtigung von Frauen erreicht wurde. Schon im Eingangsvortrag von Dr. Dorothee Beck wurde die Notwendigkeit des im Grundgesetz festgelegten Gleichberechtigungsgebotes hervorgehoben. Zusammen mit Cécile Weidhofer und Dr. Andrea Jochmann-Döll wurde die Problematik in drei Workshops zu den Themen „Entgeltgleichheit und Corona – Was ist zu tun?“, „Frauen in den Parlamenten – ein langer Weg zur Parität“ sowie zu „Antifeminismus und Anfeindungen von Politikerinnen“ mit den Teilnehmenden thematisiert, diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht. In den Diskussionen wurde deutlich, dass Frauen sowohl in den Parlamenten als auch den politischen Parteien unterrepräsentiert sind. Auf kommunaler Ebene ist dies besonders oft der Fall. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Frauen, die politisch aktiv sind, häufiger Opfer von Diskriminierung und Anfeindungen werden. „Die Diskussionen und Workshops im Rahmen der diesjährigen Demokratiekonferenz zeigen aber auch, dass sich das Thema Gleichberechtigung natürlich nicht nur auf die politische Sphäre beschränkt. Vielmehr ist es ein gesamtgesellschaftliches Thema. Beispielhaft wird dies unter anderem an der ungleichen Bezahlung von Frauen gegenüber ihren männlichen Kollegen immer wieder greifbar,“ betonte Tobias Schläger von der externen Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen, welche bei der gemeinnützigen Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG liegt. 

„Neben der Thematisierung der immer noch bestehenden Ungleichberechtigung sind die Schaffung von Regularien wichtig, um eine Änderung der gegebenen Situation herbeizuführen“, hebt Tobias Schläger vor. Immer wieder sei bei der Konferenz die Schaffung von Quoten sowohl in der Politik als auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen als wichtiges Mittel genannt worden. „Eine Quote allein ist aber nicht die Lösung. Wichtig ist weiterhin auch die Vernetzung der Akteurinnen“, so Herr Schläger weiter. Hierfür will sich die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen auch in den kommenden Jahren einsetzen. Sie bietet gemeinnützigen Vereinen an, mit ihnen Ideen und finanzielle Unterstützung für gemeinsame Projekte zur Stärkung dieses wichtigen gesellschaftlichen Themas auf den Weg zu bringen. Sehr gern können sich Engagierte aus dem Landkreis hierfür bei Tobias Schläger von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie (0551/384210-45/ t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de) melden.

Projektaufruf: Demokratieförderung im Wahljahr

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen unterstützt mit ihrer Arbeit die Demokratie im ländlichen Raum. Sie ruft daher gemeinnützige Vereine und Initiativen im Fördergebiet auf, sich mit den anstehenden Kommunal- und Bundestagswahlen auseinanderzusetzen.

„Das Recht zu wählen ist eines der wichtigsten Elemente unserer Demokratie. Auf diese Weise können alle Bürger*innen direkten Einfluss auf die demokratischen Prozesse in unserer Gesellschaft ausüben“, erklärt Tobias Schläger von der Koordinierungs- und Fachstelle, die für den Landkreis Göttingen die gemeinnützige Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG ausübt.

Ab sofort werden daher speziell Projekte gefördert, die sich auf kreative Weise mit dem Thema Wahlen und demokratische Mitbestimmung im Fördergebiet beschäftigen. Förderfähig sind unter anderem Kleinstprojekte bis zu 500 Euro. Darüber hinaus ist auch die Beantragung von Maßnahmen mit größerem Finanzierungsvolumen möglich. Die Projekte können sich sowohl an spezifische Zielgruppen (bspw. Jugendliche, Vereinsmitglieder), als auch an eine breite zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit richten.

„Wir erhoffen uns durch die Projekte zu den diesjährigen Wahlen weitere Impulse für ein demokratisches Miteinander vor Ort zu setzen und Menschen die Möglichkeit zu bieten, aktiv eigene Ideen einzubringen“, betont Tobias Schläger weiter. Er unterstützt antragsstellende Vereine von der Entwicklung der Projektidee bis zur Abrechnung. Auch Initiativen, die vor Ort etwas gestalten wollen, aber noch keine ausgearbeitete Idee haben, können sich bei der Partnerschaft für Demokratie melden.

Die Ansprechpersonen:

Externe Koordinierungs- und Fachstelle Kooperationspartner Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG: Tobias Schläger, Telefon 0551 384210-45, E-Mail t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald, Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz, Telefon 0551 525-9164, E-Mail: huwald@landkreisgoettingen.de

Projektaufruf: Demokratieförderung trotzt der Pandemie

Auch im Jahr 2021 fördert die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen interessante Projekte zur Förderung von Demokratie, Toleranz und vielfältigem Miteinander sowie gegen jegliche Form der Menschenfeindlichkeit.

Die ehrenamtliche Arbeit und die Planung von Projekten sind seit dem Beginn der Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Besonders neue Themenbereiche wie Fake News und Verschwörungsmythen haben durch die Coronapandemie in den letzten Monaten an Dynamik gewonnen. „Gerade vor diesem Hintergrund stellt das Eintreten und Engagement für unsere auf Vielfalt basierende Demokratie durch eine lebendige Zivilgesellschaft auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt der Arbeit der Partnerschaft für Demokratie dar“, betonte Tobias Schläger von der Koordinierungs- und Fachstelle, die für den Landkreis Göttingen bei der gemeinnützigen Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG angesiedelt ist.

Aus diesem Grund ruft die Partnerschaft für Demokratie gemeinnützige Vereine dazu auf Projekte zur Förderung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu beantragen. „Auch in Zeiten der Pandemie können kreative Projekte, zum Beispiel im digitalen Raum, gefördert werden. So kann einerseits die Demokratie vor Ort gefördert, als auch die Aktivitäten von lokalen Vereinen und Initiativen gestärkt werden“, so Tobias Schläger. Er betont, dass die Koordinierungs- und Fachstelle interessierten Vereinen bei der Beantragung beratend und unterstützend zur Verfügung steht. Gemeinsam mit der Stelle können Ideen zu Projekten entwickelt werden. Die Projekte können sich sowohl an spezifische Zielgruppen (bspw. Jugendliche, Vereinsmitglieder), als auch an eine breite zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit richten.

Die Ansprechpersonen:

Fördergebiet der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen

Externe Koordinierungs- und Fachstelle Kooperationspartner Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS): Tobias Schläger Telefon 0551 384210-45, E-Mail: t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald, Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz Telefon 0551 525-9164, E-Mail: huwald@landkreisgoettingen.de

„Demokratische Jugendbeteiligung – Gelingensfaktoren und Formate“

Digitale Demokratiekonferenz 2020

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen, die durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben“ gefördert wird, thematisierte in ihrer diesjähringen Demokratiekonferenz „Demokratische Jugendbeteiligung“. Zusammen mit Aktiven der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Jugendarbeit, Lehrer*innen und Vertreter*innen aus der Politik wurden Faktoren des Gelingens sowie konkrete Formaten der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum vorgestellt und erörtert. Auf Grund der Corona-Pandemie fand die diesjährige Demokratiekonferenz erstmals digital statt.

Für die Demokratiekonferenz konnte mit Udo Wenzl ein ausgewiesener Experte für das Thema demokratische Jugendbeteiligung gewonnen werden. Er verfügt über jahrelange praktische und methodische Erfahrungen im Themenfeld und kennt sich als gelernter Sozialpädagoge und freiberuflicher Kommunalberater für Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung bestens mit den Herausforderungen und Chancen solcher Formate in ländlich geprägten Regionen aus. So betonte Udo Wenzl in seinem Vortrag, dass es in der Gemeinde eine Kultur benötige, in der Kinder und Jugendliche gefragt und gebraucht werden. Die Kommune müsse einen Erfahrungsraum der Teilhabe schaffen und den Jugendlichen das Gefühl geben, ernstgenommen zu werden. In seinem Vortrag machte der Referent deutlich, dass positive Partizipationserfahrungen von jungen Menschen auch dazu beitragen können, dass die Attraktivität des Lebens in den ländlich geprägten Gemeinden gefördert und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird.

Als Kriterien einer gelingenden Jugendbeteiligung wurden u.a. personelle und finanzielle Ressourcen sowie die politische Unterstützung hervorgehoben. Neben diesen wichtigen Punkten sei aber auch die Sichtweise der Kinder und Jugendlichen wesentlich. Diese müssen durch konkrete Formate positive Partizipationserlebnisse sammeln und sich im Prozess der Beteiligung auch ernstgenommen fühlen. Ein wichtiger Faktor für Beteiligungsformate sieht der Referent in der Verflechtung von Kommunen und Schulen, weil auf diese Weise auch eine integrative Arbeit von eher beteiligungsfernen Kindern und Jugendlichen erreicht werden können. Zum Schluss seines Vortrages stellte Herr Wenzl konkrete praktische Methoden, wie bspw. das Konzept des „8ter-Rates“ vor, mit denen Jugendbeteiligung vor Ort in der Kommune gelebt werden kann.

Den Abschluss der Demokratiekonferenz bildete eine Diskussionsrunde während der die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten weiterführende Fragen mit dem Referenten zu erörtern.

Insgesamt fiel das Fazit über die Veranstaltung positiv aus. Die erstmalige Umsetzung einer digitalen Variante der Demokratiekonferenz wurde von den Teilnehmenden als erfolgreich bewertet. Gleichzeitig konnten neue Impulse für die demokratische Beteiligung junger Menschen gewonnen werden, welche im kommenden Jahr durch die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen aufgegriffen und in Form von kreativen Projektvorhaben weitergeführt werden sollen.

Einladung zur Digitalen Demokratiekonferenz 2020: Demokratische Jugendbeteiligung im Ländlichen Raum – Formate und Gelingensfaktoren

Gerade in Zeiten des Rückgangs sozialer Kontakte darf die Teilhabe an demokratischer Beteiligung nicht zurückstehen. Daher wird die Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen einen besonderen Blick auf die demokratische Beteiligung von Jugendlichen im ländlichen Raum richten. Gemeinsam mit Udo Wenzl (Kommunalberater für Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung) wird den Fragen nachgegangen, welche innovative Formen von Jugendbeteiligung im ländlichen Raum es gibt und welche Faktoren für deren Umsetzung für ein erfolgreiches Gelingen vor Ort notwendig sind. Das Ziel der Demokratiekonferenz ist es, weitere Möglichkeiten der Jugendbeteiligung kennenzulernen und Impulse für neue, aber auch bewährte Methoden und Projekte der politischen Bildung von Jugendlichen zu setzen.

Die Veranstaltung richtet sich an Vereine im Bereich der Jugendarbeit, Lehrer*innen, die offene Jugendarbeit und Vertreter*innen aus der Politik, sowie auch an zivilgesellschaftliche Organisationen und Institutionen. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung bis zum 01. November 2020 möglich.

Datum und Ort:

05.11.2020, 15.00-18.00, im digitalen Raum (bis zum 03.11.2020 werden Sie eine Teilnahme Bestätigung mit den notwendigen Anmeldeinformationen erhalten, um an der Demokratiekonferenz teilzunehmen.)

Inhalt der Veranstaltung:

15.00 Uhr: Beginn der Veranstaltung und Begrüßung

Vortrag zum Thema Jugendbeteiligung im ländlichen Raum von Udo Wenzl

Der Referent verfügt über eine jahrzehntelange Expertise im Bereich der Jugendbeteiligung in ländlich geprägten Regionen des Bundesgebietes. Er berichtet über seine Arbeit, neue Impulse und Formate für die Jugendarbeit sowie Faktoren einer gelingenden Jugendbeteiligung im ländlichen Raum.

Digitale Diskussionsrunde mit dem Referenten

Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Diskussionsrunde, bei der Fragen zum Thema der Jugendbeteiligung mit dem Referenten erörtert werden.

Gegen 18:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Für weitere Informationen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:

Tobias Schläger
Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG)
Mail: t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de
Telefon: 0551 384210-45

Autokino „30 Jahre deutsche Einheit“ – Ein Filmwochenende für die ganze Familie

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld lädt vom 9.10. bis 11.10.2020 zum kostenfreien Autokino auf dem Hahletalparkplatz in Gerblingerode ein. An diesem Wochenende werden drei Filme zum Thema Grenze, Flucht, Wendezeit und Auseinandersetzung mit dem SED-Regime auf einer 16:9 Meter Leinwand präsentiert.

Im 30. Jahr der Deutschen Einheit möchten wir einen Beitrag zur Erinnerungskultur im ehemals geteilten Eichsfeld leisten. Die Veranstaltung vereint Unterhaltung und Bildung und bietet gerade für die unterschiedlichen Generationen einen guten Zugang, um miteinander über die jüngste deutsche Geschichte und unser Heute ins Gespräch zu kommen.

Es werden drei Filme gezeigt, die unterschiedliche Perspektiven auf die Teilung Deutschlands und die Nachwendezeit eröffnen. Am 9.10. wird der Film “ Ballon“ um 19:00 Uhr zu sehen sein. Eine spektakuläre und wahre Fluchtgeschichte über die innerdeutsche  Grenze.

Am Samstag, dem 10.10., wird um 19:00 Uhr der Film „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“ für Kindern und Familien gezeigt. Die Ereignisse des Jahres 1989 sind hier kindgerecht aufbereitet und bieten die Möglichkeit, mit Kindern ab 6 Jahren über die damaligen Geschehnisse zu reden.

Am Sonntag, dem 11.10., wird ebenfalls um 19:00 Uhr der Film „Gundermann“ auf der Leinwand zu sehen sein. Der Film ist eine Biographie des Liedermachers Gerhard Gundermann, der als Baggerfahrer im Braunkohletagewerk bei Hoyerswerda arbeitete, aber auch für die Staatssicherheit in der DDR tätig war.

Vor und nach den Filmen werden historische Aufnahmen vom Herbst/Winter 1989/90 im Eichsfeld gezeigt, sowie ein gerade prämierter Kurzfilm von Jugendlichen mit dem Titel „Im Schatten der Grenze“, in dem Zeitzeugen aus dem Grenzgebiet zu Wort kommen.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Der Einlass beginnt jeweils um 17:30 Uhr.

Die Teilnahme ist nur begrenzt möglich, es bedarf vorab unbedingt einer Anmeldung unter www.toleranz-foerdern-eichsfeld.de

Die Veranstaltung wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie im Eichsfeld und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen, im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.

Kontakt

Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Eichsfeld

im Auftrag des Landkreis Eichsfeld

Grenzlandmuseum Eichsfeld

Ulrike Fricke, Andrea Heinemann

Duderstädter Straße 7 – 9

37339 Teistungen

Tel.: 036071 900018

Fax: 036071 900019

E-Mail: koordinierungsstelle@toleranz-foerdern-eichsfeld.de

Web: www.toleranz-foerdern-eichsfeld.de