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Mein Praktikum bei der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen

Sechs vielfältige und lehrreiche Wochen im Team der BIGS – ein kurzer Bericht

 

Als Masterstudentin der Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen habe ich, Annika Lenze, im März und April 2022 ein freiwilliges Praktikum bei der Partnerschaft für Demokraite (PfD) im Landkreis Göttingen absolviert. Die PfD ist ein Netzwerk aus Bürger*innen, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, das sich seit 2015 gemeinsam für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzt.

Während meines Praktikums durfte ich nicht nur die Arbeit der Partnerschaft innerhalb der externen Koordinierungs- und Fachstelle, sondern auch die Arbeit in der Geschäftsstelle der Bildungsgenosseschaft Südniedersachsen eG kennenlernen. Ganz nach dem Motto – „Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen“ (Platon) – war es mein Ziel, mich in den 6 Wochen Praktikum mit so vielen verschiedenen Arbeitsbereichen wie möglich vertraut zu machen und insbesondere auch eigene Aufgaben zu übernehmen. Meine Tätigkeiten reichten im Rahmen dessen beispielsweise von der Teilnahme an und Mitarbeit in Arbeitskreisen über das Korrekturlesen und Diskutieren von eingereichten Anträgen bei der Partnerschaft bis hin zur Hospitation bei BIGS-Kolleginnen der Bildungsberatung, bei Einstufungstests für Integrationsteilnehmer*innen sowie bei Anerkennungsberatungen für Zugewanderte im Rahmen des IQ Netzwerkes. Besonders viel Spaß bereitet hat mir dabei stets, selber aktiv zu werden. Das gemeinsame Erarbeiten von Beurteilungen der Anträge für den PfD-Begleitausschuss, das Konzipieren eines Flyertexts für ein anstehendes Projekt und das Designen von Stickern und Plakaten sind nur einige der zahlreichen Aufgaben, bei denen ich kreativ werden konnte.

Abschließend kann ich als Fazit zum Ende meines Praktikums bei der BIGS festhalten: Ich hatte eine sehr lehreiche Zeit, die mir Einblicke in ein mir neues Berufsfeld ermöglicht hat und in der ich Teil eines aufgeschlossenen Teams war, in dem sich alle Kolleg*innen Mühe gegeben haben, mich in ihre Arbeit einzubinden. Vielen Dank dafür!

Rollendes Graffiti

Demokratisches Jugendkunstprojekt – Das Rollende Graffiti

15 junge Menschen aus der Region haben sich seit März getroffen, um Arbeitstechniken der Graffitikunst zu erlernen und eine eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen. Dabei standen inhaltlich Demokratie, Partizipation, Menschenrechte und andere wichtige Themen der Zielgruppe im Fokus.

Am 12. Juni wird in Holzerode das Kernstück des „Demokratischen Jugendkunstprojekts: Rollendes Graffiti“ ein vollständig in Farbe und Botschaft gehüllter Transporter vorgestellt. Außerdem werden im Rahmen der Ausstellung weitere Kunstwerke der Jugendlichen und die Inhalte der Treffen zu bewundern sein.

Thomas Deisel, Künstler und Sozialarbeiter, hat bei den Treffen die Anleitung zum Sprühen gegeben und sagt: „Das Arbeiten mit der Spraydose sieht easy aus, ist es aber nicht.“ Von den ersten Überlegungen; über die Vorbereitung des Arbeitsplatzes, bis hin zum Abschleifen der Wagenteile, Schablonen einsetzen, weitere Gestaltungsschritte abstimmen und schließlich das Aufräumen und Reinigen der Arbeitsgeräte ist es ein Stück Arbeit. „Graffiti holt die Jugend mit einem Medium ab, das cool ist. Dafür […] arbeiten [sie] gerne konzentriert an ihren Ideen“, lobt Deisel die Gruppe.

Aus den 13- bis 16-jährigen Teilnehmenden sprudelten von Anfang an Gestaltungsideen. Das erforderte Verhandlung untereinander: Wie soll aus all den einzelnen Motiven eine gemeinsame Bildkomposition werden? Die Jugendlichen fanden Mehrheiten für ihre Ideen, machten Kompromisse, kamen zu einem Konsens – und erprobten so demokratische Prozesse. Endlich ist nach der coronabedingten Vereinzelung wieder eine Kollektiv-Erfahrung möglich.

Jugendreferentin Johanna Gerhardy vom KiJuB Gleichen freut sich über die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit. Deswegen sei es auch besonders sinnvoll, die Treffen mehrtägig zu veranstalten: „Erstmal lernen die Jugendlichen sich als Gruppe kennen. Dann trauen sich auch alle, offen über Themen zu sprechen, die ihnen wichtig sind.“

Moritz Dicty stellt dem Projekt „Rollendes Graffiti“ gerne seinen weißen Transporter zur freien Gestaltung zur Verfügung. Im Anschluss an die Ausstellung wird das Fahrzeug in seinem Betrieb genutzt. Bei geschätzten 60.000 Kilometern im Jahr wird das Werk auch nach der Ausstellung ein großes Publikum erreichen.

Und jetzt steht die feierliche Enthüllung an: Die nächste Generation der Graffiti-Künstler*innen und alle Beteiligten laden herzlich zur Ausstellung am 12. Juni am Grillplatz in Holzerode ein. Unter freiem Himmel sind ab 14 Uhr neben dem noch verhüllten Transporter auch besprühte Leinwände und andere Kunstwerke zu sehen, die während der Workshops entstanden sind. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm mit Wikinger-Schach, Grillen und Gewinnen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen. Träger ist Bunt statt Braun Osterode am Harz e.V., Kooperierende sind die Kinder- und Jugendbüros der (Samt-)Gemeinden Gleichen, Radolfshausen und Gieboldehausen.

 

Bildrechte Graffiti: Kinder- und Jugendbüro Gleichen

Winterprojekte 2021

Politische Bildung kennt keinen Jahresschluss

Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG schafft im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen einen Miniprojektefonds

Die Demokratieförderung der lokalen Partnerschaften für Demokratie ist mit dem Problem des Jahresabschlusses des Bundes konfrontiert, durch den Projekte in den letzten Jahren spätestens bis Anfang November bewilligt sein mussten. Kurzfristigen Ideen wurde daher meist die Chance auf eine Finanzierung über das Bundesprogramm genommen. In diesem Jahr hat sich dies aber geändert. Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG, bei der die externe Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen angesiedelt ist, hat einen Miniprojektefonds geschaffen.

„Der Einsatz für Demokratie in unserem Fördergebiet darf nicht durch abrechnungsspezifische Regelungen anderthalb Monate vor dem Jahresende aufhören. Vielmehr bedarf es zwölf Monate im Jahr des Engagements“, hebt Tobias Schläger von der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG hervor. Auf diese Weise haben gemeinnützige Vereine und gesellschaftlich Engagierte bis zum 18.12.2021 noch die Möglichkeit, Projekte bei der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen zu beantragen. Diese Projekte müssen jedoch bis zum 31.12.2021 beendet sein.

Es können Projekte bis zu 1.500 € bei der BIGS als Trägerin des Projektfonds für verschiedenste Ideen und Projekte im digitalen sowie analogen Rahmen beantragt werden. „Wir wollen die Chance nutzen und alle Interessierten zu demokratischen Wochen aufrufen. Wir freuen uns über jede Idee, die den demokratischen Zusammenhalt in unserem Fördergebiet voranbringt“, betont Tobias Schläger. Er steht sehr gern für weitere Informationen und Ideen telefonisch (0551/38421045) oder per Mail (t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de) zur Verfügung.

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen (Altkreis Göttingen) startet in die neue Förderperiode 2020-2024

Projektanträge ab sofort möglich

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen hat sich in der ersten Förderperiode von 2015 bis 2019 als wichtiger Förderer von demokratischen Kleinstprojekten etabliert und im Landkreis die Vernetzung demokratischer Vereine, Institutionen, Politik und Verwaltung befördert. Diese Arbeit soll in der zweiten Förderperiode von 2020 bis 2024 intensiviert und ausgebaut werden. Neue Projekte für das Jahr 2020 können ab sofort im Rahmen der Richtlinie der Partnerschaften gefördert werden.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert die Partnerschaft im Landkreis Göttingen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Die Partnerschaft verfügt über zwei Fonds, aus denen Mittel beantragt werden können. Für das Jahr 2020 stehen 45.000 Euro im Aktions- und Initiativfond und 10.000 Euro im Jugendfond für Projekte der Demokratieförderung bereit.

Der Aktions- und Initiativfonds dient der Projektförderung einer breiten Zivilgesellschaft. Das zentrale Gremium für die Vergabe der Projektgelder des Aktions- und Initiativfonds bildet der sogenannte Begleitausschuss, der sich aus Akteuren der Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und des Jugendforums zusammensetzt. Ein weiterer Schwerpunkt der Partnerschaft liegt auf der Förderung demokratischer Strukturen und zivilgesellschaftlichen Engagements von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Durch den Jugendfond können solche Projekte der Beteiligung oder Initiative von Jugendlichen und jungen Heranwachsende (bis einschließlich 27 Jahren) gefördert werden. Die Entscheidung über die Förderung der Projekte durch den Jugendfond treffen die Jugendlichen aus dem Jugendforum.

In der ersten Förderphase von 2015 bis 2019 konnten durch die Partnerschaft über 65 Projekte gefördert werden. Darunter fielen Veranstaltungen wie Workshops und Fachtagungen zu verschiedenen demokratiefördernden Themen, ein Planspiel zum Thema Kommunalpolitik und die Organisation von Bürgerfesten.

Die Ziele der Partnerschaft sind unter anderem: Stärkung einer lebendigen, vielfältigen demokratischen Zivilgesellschaft vor Ort; Stärkung bestehende Netzwerke und der Jugendforen; Sensibilisierung für menschenverachtende Einstellungen in der Bevölkerung.

Die externen Koordinierungs- und Fachstelle bildet die erste Anlaufstelle bei Problemlagen und Projektideen im Fördergebiet der Partnerschaft. Schon in der ersten Förderperiode etablierte sich eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG als Koordinierungs- und Fachstelle und dem Landkreis Göttingen als federführendes Amt. Durch die Mitglieder der Bildungsgenossenschaft verfügte die Partnerschaft von Beginn an über eine gute Vernetzung im Fördergebiet, was sich auch in den bisherigen Projekten wiederspiegelte. Diese Basis soll auch in Zukunft die Arbeit der Partnerschaft für Demokratie bereichern. Bei Projektideen steht die Koordinierungs- und Fachstelle auch weiterhin mit inhaltlicher und fachlicher Beratung bei der Entwicklung, Beantragung und Umsetzung von Projekten zur Verfügung.

Die Ansprechpersonen:

Landkreis Göttingen

Ansprechpartner in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald Stelle zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz Telefon 0551 525-9164, E-Mail: huwald@landkreisgoettingen.de


Externe Koordinierungs- und Fachstelle Kooperationspartner Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen: Tobias Schläger Telefon 0551 384210-45 (erreichbar i.d.R. Di-Do, 10:00 bis 16:00 Uhr) E-Mail t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de


Demokratie leben!